„Miss Merkel“ löst am Weyher Theater ein mörderisches Rätsel
Mit der Bühnenfassung der Krimikomödie „Miss Merkel – Mord in der Uckermark“ ist dem Weyher Theater wieder einmal ein turbulenter Zweiakter gelungen, dessen Premiere am Freitag vor ausverkauftem Haus über die Bühne ging. Das kurzweilige Stück aus der Feder von Florian Battermann und Jan Bodinus basiert auf dem gleichnamigen Bestseller des Bremer Autors David Safier, in dem eine pensionierte Bundeskanzlerin zur Hobbydetektivin wird. Die ideen- und temporeiche Inszenierung hatte Stefan Leonhard übernommen.
Mit einer äußerst unterhaltsamen Mischung aus Krimi, Satire und politischem Humor ist es dem spielfreudigen Ensemble des Weyher Theaters gelungen, die Story mit Esprit in Szene zu setzen. Das Bühnenbild mit multifunktionaler Kulisse deutet die Schauplätze – vom Dorfplatz von Klein Freudenstadt, über den abgedunkelten Weinkeller auf Schloss von Baugenwitz bis Merkels Wohnzimmer – eher symbolisch als realistisch an. Dadurch bleibt der Fokus auf dem bunten Mix von Protagonisten und ihren Dialogen.
Besonders sehenswert sind der Einsatz von Lichteffekten und Geräuschen sowie die passende Musik, die die Spannung eines klassischen Krimis aufgreifen, gleichzeitig aber immer wieder ironisch gebrochen wird. Auch die Dialoge zwischen Angela Merkel und ihrem Mann Joachim Sauer sowie ihrem Personenschützer Mike liefern zahlreiche komische Höhepunkte. Das Publikum wird durch versteckte Informationen von zunächst unwichtig erscheinenden Details ganz im Krimistil von „Whodunit“ (Wer hat es getan?) zum Miträtseln animiert.
Situationskomik, Wortwitz und überraschende Wendungen halten die Spannung bis zur Auflösung des Falls aufrecht. Einige der Schauspieler hatten gleich mehrere Rollen übernommen. Das Publikum reagierte mit spontanen Lachern, häufigem Szenenapplaus und sichtlicher Freude an den vielen kleinen Seitenhieben auf Politik und Alltag. Hier wurde ein charmanter Grundgedanke, eine der bekanntesten Politikerinnen Deutschlands zur Amateurdetektivin zu machen, sehr erfolgreich auf die Bühne gebracht.
Besucher können „Miss Merkel“ im Weyher Theater noch bis zum 24. April bei ihrer Arbeit als Hobby-Ermittlerin amüsiert miterleben. Es lohnt sich.“
